16. Juni 2026
Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte
Jahresbericht 2025: Immer mehr Menschen dokumentieren ihre Entscheidung im Organspende-Register
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat den Jahresbericht 2025 zum Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende (OGR) veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, ihre persönliche Entscheidung zur Organ- und Gewebespende digital zu dokumentieren. Im Jahr 2025 wurden
rund 223.000 Erklärungen im Register abgegeben. Seit Start des Registers im März 2024 lagen damit zum Jahresende 2025 insgesamt mehr als 451.000 Erklärungen vor. Bis heute sind es über 570.000.
Die große Mehrheit der Erklärenden steht einer Organ- und Gewebespende grundsätzlich positiv gegenüber: 81 Prozent stimmten einer Spende uneingeschränkt zu. Rechnet man eingeschränkte Zustimmungen hinzu, ermöglichen insgesamt rund 88 Prozent der Erklärungen potenzielle Organ- und Gewebespenden.
„Mit einem Eintrag im Organspende-Register schaffen Bürgerinnen und Bürger Klarheit – selbstbestimmt, sicher und jederzeit abrufbar. Damit entlasten sie zugleich Angehörige und medizinisches Personal in einer ohnehin belastenden Situation“, sagte BfArM-Präsident Prof. Dr. Karl Broich.
Das Organspende-Register ermöglicht die digitale Dokumentation einer Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende. Die Erklärung kann jederzeit geändert oder gelöscht werden. Ein wesentlicher Vorteil des Registers besteht darin, dass die Erklärung im Ernstfall zentral verfügbar ist und – anders als ein Organspendeausweis – nicht verloren gehen kann.
Besonders deutlich zeigt der Jahresbericht die zunehmende Nutzung digitaler Zugangswege im Gesundheitswesen. 73 Prozent der Erklärenden nutzten 2025 den Zugang über die Apps der Krankenversicherungen und die dort verfügbare GesundheitsID. Vor allem Menschen ab 40 Jahren entschieden sich häufiger für diesen Weg, während jüngere
Altersgruppen häufiger die direkte Anmeldung über die Webseite des Registers mittels Online-Ausweisfunktion nutzten.
Auch die Entwicklung im Jahresverlauf zeigt den Einfluss digitaler Gesundheitsanwendungen: Mit der verpflichtenden Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) für Leistungserbringer ab Oktober 2025 stiegen die monatlichen Eintragszahlen deutlich an.
Die Auswertungen des Jahresberichts zeigen zudem Unterschiede zwischen Altersgruppen und Bundesländern. Während jüngere Menschen häufiger einzelne Organe oder Gewebe von einer Spende ausschließen, dokumentieren ältere Menschen häufiger einen Widerspruch gegen eine Organ- und Gewebespende. In den östlichen Bundesländern werden tendenziell mehr Widersprüche dokumentiert. Insgesamt sind jedoch über alle Altersgruppen und Bundesländer hinweg hohe Zustimmungswerte zu verzeichnen.
Das Organspende-Register ist ein zentrales elektronisches Verzeichnis, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende online dokumentieren können. Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos. Schriftliche Erklärungen, etwa ein Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung, bleiben weiterhin gültig.
Für die Abgabe einer Erklärung stehen zwei digitale Zugangswege zur Verfügung: direkt über die Website des Organspende-Registers (www.organspende-register.de) oder über die Apps der Krankenkassen. Bei der Nutzung der Website erfolgt die sichere Authentifizierung mithilfe der Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises. Alternativ kann die Anmeldung auch über die App der Krankenkasse mit der GesundheitsID erfolgen.
Der vollständige Jahresbericht 2025 steht auf der Internetseite des BfArM zur Verfügung. Dort finden sich auch die im Bericht gezeigten Grafiken als hochauflösende Bilddatei zum Download.
OGR-Jahresbericht 2025 und Grafiken
Weitere Informationen
Zum Organspende-Register: www.organspende-register.de
Bei allen Fragen zum Thema Organspende steht Ihnen das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG; ehemals BZgA) zur Verfügung. Dort ist auch das Info-Telefon Organspende eingerichtet: Sie erreichen das Info-Telefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 90 40 400 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.
Organspende-Infoseite des BIÖG: www.organspende-info.de
Die Pressemitteilung zum Download finden Sie hier.
Pressekontakt der DTG:
Antje Thiel,
